Mallorca - Die ersten Höhenmeter

von Mathias Welz

 

 

Als erster und zugleich letzter „schneller“ Marathon in 2017, steht am 30.04.2017 der Metro Marathon in Düsseldorf auf dem Plan. Mein Ziel ist es, etwas früher als in 2016 die Stopptaste an der Garmin zu drücken und um dafür die Fitness noch einen Tick zu steigern, habe ich die letzte Märzwoche auf Mallorca verbracht.

 

Wie ihr wisst starten Björn und ich im September beim Transalpine Run und da die Zeit schneller vergeht als einem lieb ist, standen zusätzlich zum flachen 30er und einigen Rennradkilometern auch 2 längere Trailläufe im Gebirge an. In der Serra de Tramuntana gibt es viele Möglichkeiten auf teils schwierigen Trailstrecken Höhenmeter rauf, sowie runter zu sammeln. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, um zum ersten Mal mit Stöcken zu laufen und auch um den Hoka One One Mafate Speed 2 auf „Transalpine-Fähigkeit“  zu testen. Der Hoka war nach einigen Recherchen auf meiner Favoritenliste gelandet und so kam er mit auf die Reise.

 

Die 30 km spulte ich am ersten Tag im Flachland ab, rund um das Hotel, welches zwischen Alcudia und Pollencia lag. Die Ausfahrten auf dem Rennrad verliefen auch planmäßig, bei bestem Wetter ging es größtenteils durchs Gebirge, flach fahren kann ja jeder.

 

Die beiden Trailstrecken & meine Erlebnisse dabei möchte ich euch ein wenig näher vorstellen:

Route #1 führte mich am Mittwoch auf rund 24,5 km rund um den Puig de Massanella, den zweithöchsten Berg Mallorcas. Auf dem Massanella war ich schon mehrfach, aber die Route die ihn umrundet war größtenteils Neuland für mich. Die ersten 30 Minuten verlief alles ziemlich flach und ich fragte mich, wofür ich eigentlich die Stöcke dabei hatte, bis es dann endlich bergauf ging. Puh, gar nicht so einfach die Stöcke so zu setzen, dass sie einen nicht behindern, sondern helfen. Nach 500 Höhenmetern und etwa einer Stunde später hatte ich es halbwegs raus. Die Szenen „Ich stürzte fast, weil ich die Stöcke falsch setzte“ und „Ich stürzte fast, gut das ich mich mit den Stöcken abstützen konnte“ wechselten sich trotzdem noch den ganzen Lauf über ab.
Nach dem ersten downhill merkte ich dann deutlich, dass ich mit den Einlagen im Schuh nicht zurecht kam, ich lief mir Blasen weil ich an der Fußinnenseite auf der Einlagenkante hin und her rutschte. Kein schönes Gefühl, wenn man weiß das die Runde noch lang ist. Meine Laune sank noch ein Stück tiefer, als ich feststellte, dass ich meine 250 ml flask verloren hatte. Wenigstens die Strecke war sehr abwechslungsreich und so konnte ich mich zumindest an der Natur erfreuen. Der Trail verlief parallel zu einer Wasserleitung, die sich ganz nah am Fels um den Massanella herum schlang. Als ich dann nach ca. 16 km unterhalb vom Gipfel entlang lief war ich ganz glücklich, ab hier kannte ich die Strecke und es ging „nur noch“ 8 km bergab. In den Momenten in denen ich den Schmerz nicht spürte, machte der Schuh seinen Job gut und so beschloss ich, ihm noch eine 2. Chance zu geben.
Fazit nach Trail #1:
Mit Stöcken zügig zu laufen ist anfangs gar nicht so einfach. Auf den steilen Stücken uphill hätte ich sie mir etwas kürzer gewünscht, im downhill waren 120 cm Länge ok. Trailhandschuhe sind ratsam, die Handinnenflächen mussten einiges aushalten und sahen dementsprechend aus. Auf die Füße möchte ich gar nicht näher eingehen, ihr kennt ja sicher das Gefühl mit Blasen zu laufen. Spaß geht anders. Eine neutrale Beurteilung des Schuhs musste daher verschoben werden.
Hier geht es zur Aufzeichnung #1



Im Hotel kam mir die Idee, für Trail #2 einfach die Einlagen aus den Kinvaras zu nehmen und so machte ich mich am Freitagvormittag auf den Weg von Lluc Richtung Puig Roig.
Ich fühlte mich direkt wohler im Schuh, wenn auch nicht ganz schmerzfrei, aber immerhin. Die ersten 10 km verliefen auf einem breiten Wanderweg der jederzeit gut laufbar war. Der Puig Roig ist übrigens bekannt dafür, dass man dort mit etwas Glück Mönchsgeier beobachten kann und was soll ich sagen, nach einer knappen Stunde kreisten etwa 15 Geier über mir. Mit bis zu 3 Meter Flügelspanne ist es der zweitgrößte Vogel Europas und es ist ziemlich beeindruckend sie so nah über sich zu sehen. Nach der Flugshow ging es weiter und nachdem ich schon dachte „läuft alles ziemlich easy“ wurde es doch noch richtig anspruchsvoll. Auf der Rückseite vom Bergmassiv verlief die Strecke auf einem singletrail mit fantastischen Ausblicken Richtung Sa Calobra. Die 8 km machten richtig Spaß und hier zeigte der Hoka seine ganze Stärke, er ist auf grobem, steinigem Untergrund ein wahres Gripmonster und nichts konnte uns aus der Ruhe bringen. Einzig ein wenig mehr seitliche Stabilität wäre perfekt, aber das ist meckern auf hohem Niveau. Die letzten 5 km ging es dann über Asphalt zurück zum Ausgangspunkt. Die Strecke wird auf jeden Fall einen Platz auf meiner Favoritenliste erhalten!
Hier geht es zur Aufzeichnung #2

Nach 5 Tagen bleibt mir die Erkenntnis, dass sich die Beine auch am Morgen danach noch gut anfühlten, im Hinblick auf den TAR ist das doch sehr beruhigend.
Der Hoka One One Mafate Speed 2 wird mich sehr wahrscheinlich dorthin begleiten.